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Die Geschichte des Waldes im Naturpark Schon vor rund 180 Millionen Jahren gab es Wälder im Bereich des heutigen Naturparks. Funde versteinerten Holzes aus dem Stubensandstein zeugen von Baumriesen der längst nicht mehr existierenden Nadelbaumgattung Voltzia. Die Geschichte unserer heutigen Wälder und der heimischen Baumarten beginnt mit dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren, als sich die Kältesteppen mit ihren Permafrostböden wieder zu bewalden begannen. Bis zu Beginn des 9. Jahrhunderts war der gesamteSchwäbisch-Fränkische Wald ein zusammenhängendes Urwaldgebiet. Selbst die Römer vermochten nicht, trotz des Limesbaus um 150 bis 260 n.Chr., den Urwaldcharakter des Gebietes zu beeinträchtigen. Die natürlich vorkommenden Baumartenmischungen oder Regionalgesellschaften waren weitgehend durch das Klima und die Bodenverhältnisse geprägt. In der Karolingerzeit, etwa ab dem Jahre 800 n.Chr., setzte eine verstärkte Rodungstätigkeit ein. Initiatoren waren hier die Klöster Gnadental, Lichtenstern, Lorch und Murrhardt. Auf dem Höhepunkt der Rodungsbewegung im 12. und 13. Jahrhundert nahm der Wald nur noch die Hälfte seiner heutigen Ausdehnung ein. Alle übrigen Flächen dienten dem Ackerbau und der Weide. Bedingt durch Hungersnöte und Pest sowie durch zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen, vom Bauernkrieg bis zum 30-jährigen Krieg, wurden viele Siedlungen wieder aufgegeben und der Wald gewann Fläche zurück. Bereits um die Mitte des 17. Jahrhunderts hatte der Wald seinen heutigen Flächenanteil von rund 50% wieder erreicht. Dennoch kann der damalige Wald nicht mit dem heutigen verglichen werden. Waldweide, Streunutzung und vor allem Holzkohle- und Pottaschegewinnung für die vorhandenen Glashütten (Spiegelberg) bzw. Salzsiedereien Schwäbisch Hall) hatten ihm übel zugesetzt. So lassen sich auf dem Höhepunkt der Glasherstellung in der Mitte des 16. Jahrhunderts mindestens 21 Glashütten vor allem im Gebiet von Welzheim, Kaisersbach und Gschwend nachweisen. Hinzu kam noch, dass Holz in der damaligen Zeit praktisch der einzige zur Verfügung stehende Brennstoff war und die Wälder diesen ungeheuren Brennholzbedarf befriedigen mussten. Auch der Ebnisee, der 1745 eingerichtet und bis 1861 der Flößerei diente trug dazu bei, die Städte und herzoglichen Schlösser mit Brennholz zu beliefern. Geschichte von Kaisersbach
Eine noch vor 1700 zu Heilbädern benutzte schwefelhaltige Quelle, die ehemals unter der Staffel des früheren Gasthauses ,,Zum Ochsen" entsprang, soll der Sage nach bereits von Kaiser Friedrich (I.) Barbarossa, 1122-1190, benutzt und zum Bad gefasst worden sein. Die Erinnerung an dieses alte Heilbad lebt in dem Flurnamen ,,in Bädersgärten" fort. Es wird auch die Ansicht vertreten, dass Kaisersbach von ,,Kaisersbad" abgeleitet wurde.
Geschichte von Ebni Eine Urkunde vom 12. Februar 1284 nennt Ebni als ,,Ebenin". Lehrer und Heimatforscher Hans Kaupp stellte dazu in einer siedlungsgeschichtlichen Untersuchung fest, die in den Jahren 1939/1941 in den ,,Blättern des Welzheimer Waldvereins" veröffentlicht wurde, daß die Ortsbezeichnung ,,Ebenin" auf das Vorhandensein einer ,,Ebenenhütte" hinweist. Eine ,,Ebenenhütte" ist der Teil einer Glashütte, in dem die gezogenen Glasröhren im halbwarmen Zustand zum Flachglas geebnet werden. Der Redner beschrieb im weiteren Verlauf in ähnlicher Weise Glashütten in Schöllhütte, Althütte, das ursprünglich ,,Altglashütte" hieß, Fautspach und Ebni. Schöllbütte und Altbütte endeten 1537, Fautspach ist im Jahre 1584 abgegangen. Steinbach und Fautspach waren zwei Standorte, von denen aus die Glaserhütten bei Ebni entstanden sind. Versucht man zusammenzufassen, so läßt sich sagen, daß die Orte und Gewanne mit Namen wie Hägerhof, Holzbuckel, Grasgehren, Fuchshof, Höfenäckerle, Gallenhöfle, Gallengrotte und Spatzenhof irgendwann zur Zeit der zweiten Glaserwelle Glaserorte waren. Alle Glaserhütten im Bereich Ebni, die von Glaserforscher Karl Greiner als ,,Stützerhütten" bezeichnet wurden, sind nach dem Jahre 1634 eingegangen. Ursachen waren die Folgen der Schlacht bei Nördlingen und vor allem die Pestwellen jener Zeit. Erwähnt werden sollte noch, daß im Hägerhof, der ältesten bäuerlichen Siedlung dieses Bereichs, noch im Jahr 1800 Pottasche für die Spiegelglashütte in Spiegelberg und sogar bis zum Jahre 1840 Holzkohle für die Schmieden im Remstal, im Wieslauftal und im Weißacher Tal hergestellt wurden.
Geschichte des Ebnisees
Über 250 Jahre alt ist er bereits, der Ebnisee. Für einen See wahrlich kein großes Alter, für einen künstlich angelegten See aber ganz beachtlich. 1745 wurde er gebaut um die Hölzer aus dem Welzheimer Wald nach Stuttgart und Ludwigsburg zu transportieren. Herzog Eberhard Ludwig benötigte das Holz um sein Schloß Favorite zu heizen. Das Holz wurde im Ebnisee gesammelt und dann über die Wieslauf und Rems in den Neckar geflößt. Mit der Inbetriebnahme der Remstal- und später der Wieslauftalbahn wurde die Flößerei 1861 eingestellt. Erst 1884 wurde die Wiederherstellung der Stauanlage von der Königlich Württembergischen Regierung genehmigt, aber nicht mehr zur Flößerei sondern zur Erholung der Stadtmenschen. Gastronomie und Hotellerie erlebten um die Jahrhundertwende dadurch einen großen Aufschwung. Limes
Wachtposten 9/116 zwischen Murrhardt und Welzheim Wachtposten 9/116 an der Straße von Welzheim nach Fornsbach, südöstlich des Spatzenhofes: Außergewöhnlich große Turmstelle mit zwei Bauphasen restauriert. Vermutlich Vermessungspunkt erster Ordnung der geraden Limesstrecke. Hier und weiter südlich, westlich der Straße Kaisersbach- Welzheim, befindet sich eine der am besten erhaltenen Limesstrecken. Kleinkastell Ebnisee Spuren der Umfassungsmauern als Schuttwall zu erkennen. Weiter Infos zu diesem Themenbereich www.swc-cronhuette.de www.schwaebisch-sibirien.de http://www.limesstrasse.de/Murrhardt/default.htm |
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Siegfried Wagner |
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aktualisiert 21.05.2010 |
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